Zahnimplantate
Ein in den Kieferknochen eingesetzter Fremdkörper, der die Funktion einer künstlichen Zahnwurzel übernimmt und als Träger von Zahnersatz verwendet wird, nennt man Zahnimplantat. Im allgemeinen werden Zahnimplantate in den Kieferknochen über ihr Schraubgewinde eingedreht oder einfach eingesteckt. In der Heilungsphase von 3 bis 6 Monaten verbinden sie sich mit dem umgebenden Knochen zu einer festen und äußerst belastungsfähigen Trägereinheit (Osseointegraion). Auswirkungen auf die chirurgische Insertionstechnik hat die makromorphologische Gestaltung des Implantates. Die Möglichkeiten der Suprakonstruktion (Zahnersatz) wird von der Gestalt des aus dem Kieferknochen herausragenden Pfeilers bestimmt. In der Regel bestehen Zahnimplantate aus Titan, aber vermehrt werden auch wieder keramische Materialien verwendet.
Man unterscheidet beim Zahnimplantat-Aufbau zwischen dem, in den Knochen eingebrachten, Implantatkörper und dem Aufbauteil, das zur Befestigung von Kronen oder als Haltestruktur für Prothesen am Implantatkörper dient. Es gibt sowohl zwei- als auch einteilige Zahnimplantate, wobei die zweiteiligen am häufigsten verwendet werden.
In der Zwischenzeit sind in Deutschland für die Zahnheilkunde über 100 verschiedene Implantatsysteme erhältlich, wobei sich in den letzten 2 Jahrzehnten besonders die zylindrischen bzw. schraubenförmigen Implantatformen bewährt haben. Andere Formen, wie z. B. scheibenförmige Zahnimplantate finden hingegen selten Anwendung.
Zahnimplantate aus Titan
Wie schon erwähnt, bestehen die heutzutage überwiegend eingesetzten Zahnimplantate aus hochreinem Titan. Bereits in den 50iger Jahren hat man festgestellt, das Titan sich biologisch neutral verhält und keine allergischen oder Fremdkörperreaktionen hervorruft. Es ist biokompatibel, d. h. besonders gewebefreundlich und kann dadurch mit dem Knochen einen sicheren Verbund bilden, die sogenannte Osseointegration.
Zahnimplantate aus Keramik
Wegen ungünstiger Materialeigenschaften kamen Keramikimplantate seit Ende der 80er Jahre nicht mehr zum Einsatz. Seit kurzem allerdings erleben sie wieder eine Wiederauferstehung. Zurück zu führen ist dies auf die neuartige Entwicklung von Keramik-Zahnimplantaten aus hochfestem Zirkoniumoxid-Keramik. Sie sind nicht nur extrem bruchstabil, sonder haben auch den Vorteil, der natürlichen Zahnfarbe deutlich besser zu entsprechen, was ästhetisch natürlich sehr ansprechend ist.
Diskimplantate
BOI (basal osseointegrierte Zahnimplantate) oder auch Diskimplantate genannt, spielen eher eine Außenseiterrolle. Anders als schraubenförmige Zahnimplantat-Typen werden Diskimplantate auf Grund ihrer Form seitlich in den Kieferknochen eingebracht. Nach Anwender- und Herstellerangaben hat diese Form des Zahnimplantats den Vorteil der Sofortbelastung wegen seiner breitbasigen Implantat-Abstützung und der Möglichkeit des Implantathalts auch bei geringer Knochenhöhe.
Mini-Zahnimplantatsysteme
Mehr und mehr Verwendung finden in den letzten Jahren auch sogenannte Mini-Zahnimplantate, welche im Durchmesser reduziert sind. Hierbei handelt es sich allerdings aus Stabilitätsgründen um einteilige Zahnimplantate.
Sehr gute Resultate weisen diese Mini-Zahnimplantate insbesondere bei der Fixierung von Vollprothesen auf. Durch ihren geringeren Durchmesser ist der operative Eingriff geringer. Auch erhält der Patient, durch die mögliche Sofortbelastung, sofort eine festsitzende Prothese.