Funktionstherapie



Ein weit verbreitetes Problem sind so genannte Funktionsstörungen des Kausystems, welche sich in Zähneknirschen und Kieferpressen äußern. Oftmals nehmen die Betroffenen dies aber gar nicht wahr. Erst wenn die Patienten unter unerträglichen Muskelverspannungen leiden, die oft bis in den Rücken und die Extremitäten ausstrahlen oder die Zähne bereits Abnutzungserscheinungen aufweisen, treten sie den Weg zum Arzt an, der sie meist an einen Zahnarzt weiterleitet. Denn Ursache für die Beschwerden ist meist ein falscher Biss. Dieser kann durch Fehlstellung der Zähne oder durch, im Lauf der Jahre vorgenommene, Einzelsanierungen hervor gerufen werden, da dadurch die Zähne einfach nicht mehr zusammen passen. Durch die dadurch entstehenden Verspannungen der Kiefermuskulatur wird oft der ganze Bewegungsapparat in Mitleidenschaft gezogen.


Um sich einen genauen Überblick zu verschaffen und um eine entsprechende Behandlungsmethode entwickeln zu können, wird bei dem Patient durch den Zahnarzt zunächst einmal eine umfangreiche Funktionsanalyse erstellt. Unter anderem wird hierbei die Stellung und Lage von Zähnen und Kiefern sowie ihre Lagebeziehung zueinander erfasst. Mit Spezialinstrumenten kann man hierbei den Bewegungsspielraum und die einwirkenden Kräfte erfassen.


Nach Abschluss der Funktionsanalyse und deren Auswertung kann der Zahnarzt einen exakten Behandlungsplan erstellen und mit der Funktionstherapie beginnen. In vielen Fällen setzt der Zahnarzt eine Okklusionsschiene (Aufbissbehelf), die anhand der Analyse individuell angefertigt wird, ein. Diese kann der Patient überwiegend nachts, aber selbstverständlich auch am Tage tragen, was besonders in Stresssituationen angebracht ist. Da die Schiene die kompletten Kauflächen bedecken, werden dadurch die fehlerhaften Zahnkontakte entkuppelt. Automatisch rücken die Kiefer so wieder in die von der Muskulatur bestimmte Optimalposition. Dies hat positive Auswirkungen auf die Halswirbelsäule und die beteiligte Muskulatur, so dass Schmerzen und Beschwerden nach lassen oder sogar ganz verschwinden.


Oftmals ist es aber auch schon ausreichend, wenn der Zahnarzt einfach Einschleifmaßnahmen an den Kauflächen vornimmt oder unpassende Füllungen durch passende ersetzt.


Spezialisten der Funktionstherapie können aber auch in schwierigen Fällen die Höcker der Seitenzähne mit kleinen Keramikchips vollständig neu aufbauen.


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